Abschied von Freunden

05März2014

Es war soweit: Die zwei Wochen in Jiuquan waren schnell vorbeigegangen, inzwischen herrschten auch schon wärmere Temperaturen (zum Glück). Am Vorabend meiner Abreise gab es noch ein Abschiedsessen mit Herrn Yang und anderen Kollegen der Stiftung. 

Abschiedsessen

Am nächsten Tag fuhr mich Frau Tian mit dem Auto zum Flughafen. Abseits der bebauten Flächen zeigte sich sehr viel deutlicher, dass ich tatsächlich in der Wüste war. Die Wüste Gobi - vorher kannte ich sie nur aus Schulbüchern oder aus dem Fernsehen. Jetzt habe ich sogar dort gelebt (und gearbeitet).

Wüstenlandschaft vom Auto aus

Schweren Herzens, aber auch froh wieder nach Deutschland zurückzukehren, verabschiedete ich mich am 26. Februar von Frau Tian (Herr Yang konnte leider nicht). Nach dem Check-In und der Zahlung meines Übergepäcks (32kg) ging es erst einmal nach Beijing. Am Gate döste ich auf das Flugzeug wartend vor mich hin. Es war sehr langweilig und ich konnte es kaum erwarten, endlich nach Beijing zu kommen. Kurz vor der Abreise hatte ich mit meinen befreundeten Studenten aus Shiyan, die jetzt in der Hauptstadt wohnen, ausgemacht, mich noch einmal mit ihnen zu treffen, schließlich hatte ich noch eine ganze Nacht Aufenthalt. Ich freute mich, sie wiederzusehen. 

Als ich in Beijing ankam, warteten meine Freunde schon am Ausgang auf mich. Um die Zeit möglichst gut zu nutzen, fuhren wir zusammen zu meinem Hotel, welches nahe am Flughafen liegt. Wir wollten dort unser Wiedersehen und meinen Abschied feiern. Von meinen restlichen Yuan konnte ich meine chinesischen Freunde zu etlichen Drinks einladen. Zu meiner Belustigung tranken sie Cocktails, die die meisten deutschen Männer eher nicht wählen würden. Aber warum auch nicht?

Drinks in der Bar

Als musikalische Begleitung trällerte ein Pärchen bestehend aus Gitarrist und Sängerin internationale Lieder, wie zum Beispiel "I kissed a girl" von Katy Perry vor sich hin. Keiner konnte verstehen, welche Sprache aus dem Mund der ziemlich aufdringlich geschminkten Sängerin kam, Englisch war es auf jeden Fall nicht! Es wurde ein ganz und gar entspannter Abend, ich fühlte mich wohl - aber ich freute mich auch wahnsinnig auf Deutschland.

Nach ein paar Stunden verlagerten wir die Abschiedsfeier in mein Hotelzimmer. Wir bestellten uns noch einige Pizzen beim Zimmerservice; sie schmeckten zu meinem Erstaunen wirklich sehr lecker! Zwei meiner chinesischen Freunde hatten sich schon mit rotem Kopf und Kopfschmerzen hingelegt. Mit den anderen führte ich noch lange Gespräche über dies und das. Ich freute mich, dass sie sich in der deutschen Sprache so gut entwickelt hatten. (Dazu habe ich ja nicht unwesentlich beigetragen.) Am Anfang konnte ich sie kaum verstehen, doch mittlerweile sprechen sie sehr gut. Meiner Meinung nach haben sie es verdient, nach Deutschland zu gehen!

Weil meine Freunde nicht wussten, wie sie so spät noch in die Stadt zurückkommen sollten, übernachteten sie schließlich alle bei mir im Zimmer. Keine Ahnung, ob das hätte Ärger geben können. Jedenfalls sah das Ganze sehr lustig aus: Weil sie darauf bestanden, dass ich mein Bett für mich alleine haben sollte, schliefen meine Freunde kreuz und quer im Zimmer, gleich drei Chinesen teilten sich das andere Bett.

Am nächsten Morgen: ein fast klarer Himmel über Beijing. Es hatte in der Nacht geregnet. So strahlend kannte ich diese - meiner Meinung nach überbevölkerte - Stadt gar nicht!

Wenig Smog über Beijing - eine Seltenheit!

Endlich ging es los zum Flughafen. Ich hatte vor Aufregung kaum geschlafen. Zum Glück würde ich im Flieger noch genug Gelegenheit dazu haben. Wir fuhren mit dem Shuttle zum Terminal, ich checkte ein und gab mein Gepäck auf. Die Zeit, "Leb wohl" zu sagen, war gekommen. Ich umarmte jeden meiner chinesischen Freunde zum Abschied. Sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen...

Abschiedsfoto

Mein Flug ging diesmal von Beijing über London nach Stuttgart. Aber irgendwie hatte ich es schon geahnt: In London verspätet angekommen, verpasste ich wieder einmal meinen Anschlussflug. Statt nach Stuttgart musste ich einen Flug nach Frankfurt nehmen. Wie zum Trost zeigte sich das nächtlich erleuchtete London aus dem Flieger von seiner schönsten Seite.

London bei Nacht

Beinahe verpasste ich auch in Frankfurt noch meinen Anschlussflug nach Stuttgart, erreichte das Gate förmlich in letzter Minute. Jetzt ging es endlich nach Hause. Endlich, aber nicht endgültig: ein spannendes halbes Jahr mit schönen, manchmal auch anstrengenden Momenten liegt hinter mir. Und eines weiß ich ganz sicher: Ich werde immer wieder gerne nach China zurückkehren.

Endstation Wüste

14Feb2014

Das Ende meines China-Aufenthalts führte mich dann noch in die Wüste, genauer gesagt in die Wüste Gobi. Denn auch dort ist die Hanns-Seidel-Stiftung mit einem Bildungsprojekt aktiv. Am 10. Februar kam ich in der Stadt Jiuquan in der Provinz Gangsu an. Mit knapp einer Million Einwohner für chinesische Verhältnisse eine absolute Kleinstadt. Das erste was mir auffiel: Trotz der prallen Sonne war es saumäßig kalt! Das Handy zeigte -15°C an, echt hart! 

Am Flughafen wurde ich von Herrn Yang abgeholt, er ist zusammen mit Frau Tian zuständig für meinen Aufenthalt in Jiuquan. Wir fuhren in einem alten VW zum Gelände der Berufsschule, wo ich untergebracht werden sollte. (Was mir nicht entging, war der kitschige Mao Anhänger am Innenspiegel des alten VW's.) 

Als wir an meinem Wohnort ankamen, war ich einigermaßen verblüfft: Ich bekam keine Wohnung wie in Shiyan, sondern gleich ein ganzes Haus für mich allein! Es hatte zwei Stockwerke, zwei Schlafzimmer, Wohnzimmer, zwei Bäder und eine Küche mit Ofen!!! 

Mein Haus

Allerdings: Das Haus liegt sehr abgelegen von allem - was zu diesem Zeitpunkt nicht gerade vorteilhaft war: Es gab erst sechs Kilometer weiter einen Supermarkt. Weil das ganze Gelände der Berufsschule Semesterferien hatte, war auch der dort ansässige Supermarkt geschlossen. Wegen meiner schlechten Chinesischkentnisse brauchte ich somit die Unterstützung von Herrn Yuan und Frau Tian, die sich auch gut um mich kümmerten. Aber mein Aufenthalt dauerte sowieso nur zwei Wochen.

In Jiuquan hatte ich die Aufgabe, die dort beschäftigten Lehrer und einige Mitarbeiter der Hanns-Seidel-Stiftung in Deutsch zu unterrichten. Es kamen nur vier bis fünf Leute zusammen und Unterricht war auch nur dreimal die Woche. Entspannt! 

Viel erlebt habe ich dort nicht, das Gelände, auf dem ich wohnte, wirkte wegen der Semesterferien wie eine Geisterstadt. Ich hatte also viel Zeit (zum Glück gab es auch hier WLAN), meine Kontakte zu pflegen und mich auf meine bevorstehende Rückreise nach Deutschland vorzubereiten. So wollte ich mich auf meinem eintägigen Zwischenstopp in Peking noch mit einigen ehemaligen Studenten aus Shiyan treffen...

Im folgenden aber erst mal einige Eindrücke vom Gelände und von der Stadt, wo selbst die Kopie von Big Ben eher klein ausfällt:

Straße vom Haus weg Gelände Gelände Berufsschulgebäude Gelände Amüsante Big Ben Nachbildung in der Stadt

Xi'an - eine Art Heimreise

12Feb2014

Am 7. Februar habe ich meine Arbeit in Shiyan beendet, sollte aber erst drei Tage später eine zweiwöchige Lehrervertretung in Jiuquan in der Provinz Gangsu antreten. Da mein Flieger von Xi'an aus ging, dachte ich mir: Leg doch einen längeren Zwischenstopp ein und mach ein paar Tage Sightseeing auf eigene Faust...

Ich war im August 2009 im Rahmen einer Rundreise mit meiner Familie schon mal da gewesen. Ok, damals war Sommer und Urlaubszeit, doch auch so kam mir Xi'an inzwischen ziemlich verändert vor: Sehr viele Hochhäuser und Einkaufszentren sind seit meinem letzten Besuch neu entstanden. Ich kam im Day Inn City Centre Hotel unter - übrigens sehr zu empfehlen, weil es sehr zentral liegt.

Es war schon früher Abend, aber ich fand, dass eine kleine Bummeltour schon drin wäre. Ich hatte keine Ahnung, wo genau mein Ausgangspunkt war und wie weit es zu den berühmten Sehenswürdigkeiten von Xi'an sein würde. Ich machte mich einfach auf den Weg, ganz ohne Plan, einfach nach Gefühl. Mittlerweile bin ich auch an die chinesischen Städte gewöhnt, habe keine Angst mehr, mich zu verlaufen und ich fühle mich auch nicht mehr fremd. Als ich ein bisschen gegangen war - einfach mal links die Straße runter - traf ich tatsächlich auf die erste große Sehenswürdigkeit der Stadt: den Glockenturm.

Der Glockenturm

Es war leider zu spät, um ihn noch zu besichtigen. Also ging ich weiter den Kreisel um den Turm herum und erspähte ein weiteres leuchtendes Monument, an das ich mich auch wieder vage erinnern konnte: Ich war beim Trommelturm angelangt.

Der Trommelturm

Hinter dem Trommelturm beginnt das bekannte Muslimviertel, in dem ich schon vor viereinhalb Jahren gerne gewesen war. Überall hängen grelle Lichttafeln und Girlanden und es herrscht ein Riesenandrang. Wie damals roch es dort nach allerlei Essen, für mich kaum auszuhalten, da ich seit dem Morgen nichts mehr gegessen hatte. Ich traute mich aber nicht an die Stände ran, weil ich von meinem Professor ziemlich widerliche Dinge über die hygienischen Zustände gehört hatte.

Muslimviertel mittendrin

Irgendwann war ich so tief im Gewimmel des Viertels drin, dass ich einige Mühe hatte, wieder heraus zu finden. Zufällig kam ich auch an einem Dönerladen vorbei und war darüber einigermaßen erstaunt, ja belustigt. Aber auch da aß ich lieber nichts. Richtige Dönerbuden sind in China äußerst selten, aber sie scheinen - zumindest in den Tourismuszentren - im Kommen zu sein.

Dönerladen

Als ich endlich aus dem Viertel herausfand, hatte ich einen Bärenhunger und war zugleich hundemüde, denn ich hatte in der Nacht davor sehr wenig geschlafen.

Der Hunger war eindeutig stärker, und ich hatte sowieso mal wieder richtig Lust auf deutsches Essen! Ein paar Tage zuvor war ich nämlich bei meiner Recherche nach Sehenswürdigkeiten in Xi'an auf einige deutsche Restaurants gestoßen. Am vielversprechendsten schien mir das "Bierhaus", also schrieb ich mir die Adresse in chinesischer Schrift auf und zeigte sie einem Taxifahrer, der mich auch zielgenau dort absetzte.

Als ich das Restaurant betrat, wurde ich sofort von einigen ausländischen, überwiegend deutschen Landsleuten gemustert. Dem Anschein nach fanden dort viele deutsch-chinesische Geschäftsessen statt. Es war gerammelt voll, deshalb musste ich mit einem Platz an der Bar vorlieb nehmen. Mit einiger Vorfreude bestellte ich mir den Wurstteller von der deutschen Speisekarte und dazu ein Paulaner Hefeweizen - ich lechzte förmlich nach bayrischem Essen.

Wurstteller

Als das Essen kam, war ich äußerst angenehm überrascht - es sah nicht nur so aus, es schmeckte auch wie original deutsches Essen. Mann, habe ich das genossen! Ein Lob an das Bierhaus.

Nach dem vorzüglichen (Fest-)Mahl wollte ich nun endlich ins Hotel und schlafen, doch auf meiner Suche nach einem Taxi, erblickte ich eine weitere Touristenattraktion: die große Wildgans-Pagode!

Große Wildganspagode

Es war schon relativ spät. Deshalb bekam ich nur noch das Ende der Wasserspiele mit. Aber es reichte für ein richtiges Déjà-vu: Eben diese Wasserspiele an der Wildgans-Pagode gehörten 2009 zu einem der Highlights unserer Rundreise.

Der nächste Tag begann für mich recht spät, da ich doch relativ lange geschlafen hatte. Nach ein paar organisatorischen Dingen für den anstehenden Flug ging ich noch einmal raus und bummelte durch die Stadt. Weil mich das Muslimviertel so beeindruckt hatte, besuchte ich es ein weiteres Mal. Es gefällt mir dort einfach: weit und breit keine Hochhäuser, nur kleine Läden, die getrocknete Früchte, rohes Fleisch, Nüsse und vieles mehr anbieten. Über den Spaziergang war es wieder Abend geworden und die Sehenswürdigkeiten, die ich noch genauer besichtigen wollte, wie etwa der Trommelturm, hatten leider schon wieder geschlossen. Auf dem Weg zurück ins Hotel fand ich aber zufällig ein Subway-Restaurant und mein langsam wieder westwärts schlagendes Herz machte erneut einen Freudensprung - seit Ewigkeiten hatte ich kein Subway-Sandwich mehr gegessen...

Am letzten Tag vor der Abreise stand ich etwas früher auf, und leider doch wieder ein wenig zu spät, wie sich später herausstellte. Ich ging zuerst zu einem Starbucks - ja, ich gönnte mir die volle westliche Dröhnung - und holte mir einen Kaffee zum Wachwerden. Danach besichtigte ich endlich den Trommelturm. Er war schön, aber in meinen Augen nicht sehr spektakulär.

Trommeln des Trommelturms

Blick aufs rechte Ende des Muslimviertels vom Trommelturm aus

Als nächstes wollte ich mich auf den Weg zur Stadtmauer machen, ging diesmal aber dummerweise in die falsche Richtung. Als ich endlich am richtigen Ort ankam, war es 18.05 Uhr. Die Kartenschalter schlossen aber leider pünktlich um Sechs. Im Endeffekt kein großes Drama, ich hatte die begehbare Stadtmauer ja schon vor viereinhalb Jahren erlebt und noch sehr gut in Erinnerung.

Tor der Stadtmauer

Nach einem kurzen Besuch bei McDonalds machte ich mich auf den Heimweg ins Hotel. Ich musste am nächsten Tag früh raus für den Flug nach Jiuquan...

 

Mein Fazit zum Kurztrip nach Xi'an:

Die Stadt hat sich binnen weniger Jahre sehr verändert. Sie ist, wie alle großen Städte in China, weiter gewachsen und moderner geworden. Aber: Viele der neuen Gebäude in Xi'an sind im historischen Stil gestaltet worden. Ein kurioses Beispiel: Auf dem Weg durch das Stadtzentrum sah ich ein tempelartiges Gebäude, vor dem sich viele Menschen tummelten. Interessehalber ging ich rein, doch wo fand ich mich wieder? In einer Toilette!

Anders als 2009 war jetzt keine Urlaubszeit, das heißt es waren nur wenige Touristen unterwegs und somit auch nur wenige nervende Verkäufer, die einem die gefährlichen grünen Laser, komische Gummispielzeugaffen oder sonstigen Kram anbieten wollen - das war sehr entspannend! Die Schattenseite einer touristischen Stadt auch zu dieser Jahreszeit: Viele Dinge, auch die des täglichen Bedarfs, sind viel teurer als in Shiyan.

Also auf nach Jiuquan, wo es bestimmt wieder billiger, aber vielleicht auch weniger großstädtisch zugeht...

Frühlingsfest in Xiangyang

06Feb2014

Fortsetzung: 

Da waren wir also im Restaurant, rechtzeitig genug, und warteten noch auf den Rest der Familie meines Professors. Wir hatten ein separates Esszimmer mit einem großen, runden Esstisch - wie man das ja aus China kennt - und einem Majong-Tisch. Zuerst waren nur mein Professor, sein Bruder, dessen Frau und der Sohn, mein deutscher Freund und ich da. Später kamen die Schwester des Professors, deren Mann und Tochter sowie die Großeltern dazu. Die Frau und die Tochter meines Professors waren leider nicht dabei, da sie die Familie mütterlicherseits in Hainan besuchten. Wir waren also zu elft, was für ein chinesisches Familienessen am Frühlingsfest eigentlich eine relativ kleine Runde ist.

Ungefähr ein Drittel der Bevölkerung Chinas reist während des Frühlingsfestes durch das ganze Land, so auch der Schwager des Professors: Er kam extra aus Shanghai nach Xiangyang, als Mitbringsel hatte er französischen Wein dabei, zurzeit DER Renner in China.

Das Essen begann, es kam eine Menge auf den Tisch: z.B. Hühnersuppe, Shrimps, Muscheln, allerlei Gemüse und - Schildkröte. Die kann ich also nun auch zu meiner Sammlung von kuriosem und exotischem Essen hinzufügen. 

Leider war die Linse verschmiert. Rechts die Schildkröte zu sehen

Es war ein schönes Festmahl mit viel Wein (diesmal ohne Schnaps, was ich auch nicht wirklich schlimm fand). Mit Essen allein war es natürlich nicht getan, der Abend war noch jung. Also fuhren wir in die Wohnung der Großeltern. Sie liegt zentral und ist sehr groß und geräumig. Als wir ankamen, setzten wir uns alle auf's Sofa und schauten ein bisschen die große Frühlingsfestgala auf CCTV 1, was wohl zu einer Art Tradition bei vielen chinesischen Familien gehört. Auf dem Wohnzimmertisch stapelten sich allerlei Süßigkeiten und Früchte, man wollte uns ja schließlich nicht verhungern lassen...

So gegen 23 Uhr wurde der Wohnzimmertisch abgeräumt. Dann brachte man Teigplättchen und eine große Schüssel mit etwas, das aussah wie ein Brei aus Gemüse und Hackfleisch, ähnlich wie die Füllung von schwäbischen Maultaschen. Und tatsächlich: Kurz darauf erfuhren mein Kumpel und ich, dass "Arbeit" ansteht. Alle waren aufgefordert, "Jiao zi" - auch unter dem Namen "Dumplings" bekannt - zu machen. Wir hatten natürlich keine Ahnung wie das geht, aber die Großmutter zeigte es uns gerne und wir legten los.

Dumplings selber machen

Uns war sehr schnell klar, dass unsere traurigen Exemplare bestimmt die hässlichsten Dumplings wurden, die die Chinesen jemals gesehen haben. Doch die Hauptsache für ein Gelingen dieser Teigtaschen ist, dass die Füllung gut eingeschlossen wird, sodass beim Kochen der Inhalt nicht austritt. Das kriegten wir gerade noch hin...

Kurz vor Mitternacht gingen wir nach draußen, um, wie bei uns an Silvester, das Frühlingsfest mit einer Menge Knaller und Raketen einzuläuten. Mir war bewusst, dass es in China mehr Action gibt beim Böllern als in Deutschland - denn wer hat's erfunden? Doch was sich um 0 Uhr dort abspielte, war zwar wie die Mitternachtsknallerei an Neujahr bei uns, nur um ein Vielfaches intensiver: Der Himmel plötzlich komplett erleuchtet von grünen, roten, weißen und blauen Blitzen, explodierende Raketen überall um uns herum, die Luft erfüllt von dichtem schwefeligen Rauch, überall das ohrenbetäubende Geräusch der Knaller. Erst nach einer halben Stunde war die große Böllerei endlich vorbei, nur gelegentlich hörte man noch einzelne Knaller oder Raketen. Keine Ahnung, wie viel Feinstaub ich in dieser Nacht wohl eingeatmet habe. Und den smoggeplagten China-Metropolen tat diese Extraportion sicher auch nicht gut. Leider habe ich von dem Spektakel keine Fotos, sondern nur Videos, deshalb muss hier einfach mal die Schilderung reichen. 

Nach der Knallerei ging es mit tauben Ohren und rauhen Kehlen zurück in die Wohnung. Die Frauen waren drinnen geblieben und hatten in der Zeit den riesigen Berg Dumplings gekocht. Jetzt war auch der Sinn unserer Übung klar: In China ist es Tradition, als erste Mahlzeit im (chinesischen) neuen Jahr Jiao zi / Dumplings zu essen. Beendet wird das Frühlingsfest erst am 14. Februar mit den bekannten Klebereiskuchen.

Wir waren zwar schon satt von den anderen Leckereien, aber die Oma drängte uns, wie es wohl alle Großmütter auf der Welt tun, noch mehr Essen auf. Pappsatt und müde von diesem Tag voller Essen und Eindrücke ging es für uns zum Hotel zurück. Am nächsten Tag sollte es noch weitergehen. 

1. Februar: 

Erster Tag des Frühlingsfestes. Um 10 Uhr morgens trafen wir uns vor dem Hotel, denn die Familie hatte noch etwas besonderes mit uns vor: Wir besuchten die METRO-Filiale in Xiangyang. Es war sehr erfreulich aber auch überraschend für mich, dass sich ein deutscher Superstore in Xiangyang niedergelassen hatte. 

Metro Xiangyang

Die Chinesen finden dieses Geschäft etwas komisch, weil es so groß ist und man dort, wie in den deutschen Großhandelsmärkten, nur mit einer bestimmten Karte zahlen kann. Zum Glück hatte die Familie eine dieser Karten. Der Laden war phantastisch, denn hier gab es endlich alles, was ich in China vermisst hatte wie z.B. "richtiges" Brot, Käse, Butter, Salami... außerdem Haribo Gummibären, allerlei deutsche Biere und - Nutella! Klar, dass ich da zugreifen musste. Mein Kumpel und ich deckten uns ein, füllten große Tüten. Am Ende belief sich allein meine Rechnung auf über 400 Yuan - fast 50 Euro. Das war auch für uns mal richtig viel Geld... Was meine chinesischen Freunde kauften? Keine Ahnung, ich war so auf meine Errungenschaften konzentriert...

Nutella!

Nach dem Besuch bei METRO, ging es ins Stadtzentrum, weil wir dort noch die Bronzestatue des berühmten Kanzlers und Strategen Zhu Ge Liang besichtigen wollten. Es war sehr dunstig, vermutlich der Smog, aber für ein schönes Familienfoto wirkte die Kulisse durchaus "repräsentativ".

Familie des Professors und ich vor der Statue

Auf dem Bild von rechts oben nach links unten: 1. der Professor, 2. ich, 3. der Bruder des Professors, 4. seine Frau, 5. der Schwager des Professors, 6. die Schwester des Professors, 7. die Tochter der Schwester, 8. der Großvater, 9. die Großmutter, 10. der Sohn des Bruders. Das Foto machte mein deutscher Freund und ist deswegen leider nicht mit drauf.

Nach der Besichtigung ging es noch in ein japanisches Restaurant, wo wir Sushi und andere japanische Gerichte aßen. Danach musste die Familie zu einem weiteren Essen und mein Kumpel und ich gingen erstmal ins Hotel. Später spazierten wir noch etwas in der Gegend herum und waren irritiert: Ganz ungewohnt für eine chinesische Stadt, war es überall menschenleer... 

Mein Fazit: Das Frühlingsfest ist eine tolle Sache. Es ist etwas, worauf sich sowohl Kinder, als auch ältere Menschen freuen können, ein echtes Familienfest. Es ist eine Mischung aus Weihnachten und Neujahr, der 31. Januar ist wie Heiligabend und Silvester zusammen. Schön finde ich auch, dass das Frühlingsfest ganze zwei Wochen gefeiert wird, in denen es immer einen Anlass gibt, schick essen zu gehen oder zu trinken und es sich abseits der Tageshektik so richtig gutgehen zu lassen. Dass ich mit herzensguten Menschen mitten in einer Familie einfach mitfeiern durfte, ist eine große Ehre für mich und ein großzügiges Geschenk meines Professors. Wenn er mal wieder in Deutschland ist, werde ich ihn ebenfalls einladen. Aber zugleich hoffe ich, dass ich später noch einmal die Gelegenheit habe, das Frühlingsfest in China zu feiern.

Xiangyang - Vorfreude aufs Frühlingsfest

01Feb2014

Am 30. Januar fuhren mein Professor, ein deutscher Freund und ich nach Xiangyang. Es waren noch zwei Tage bis zum Frühlingsfest, und wir waren eingeladen, mit der Familie des Professors zu feiern, was ich als sehr gastfreundliche Geste und Wertschätzung meiner Person ansehe.

Wir waren extra früher angereist, um uns noch ein bisschen die Sehenswürdigkeiten dieser "Dongfeng-Automobilwerk"-Metropole anzusehen. Am Ankunftstag abends haben wir nicht mehr viel gemacht, waren Nudelsuppe essen, dann hat sich der Professor erst einmal verabschiedet. So sind mein Kumpel und ich noch ein bisschen ohne ihn durch die Gegend getigert. Auf einem großen Markt gab es allerlei kuriose Dinge zu sehen. Die Art, wie hier (lebendige) Waren angeboten werden, wirkt auf uns Wessis doch ziemlich schonungslos, reduziert auf den reinen Nutzwert, aber vielleicht deshalb auch irgendwie ehrlicher als bei uns. So gab es etwa Fische zu sehen, die massenhaft in relativ flachen Wannen und Schüsseln oder zwar zu wenigen, aber dafür in sehr kleinen Wassergläsern gehalten werden. Ein Berg von rohen Hühnerfüßen auf einem großen Eisblock, DIE Leib- und Magenknabberei der Chinesen zur Selbstbedienung.

Fische in Wannen und Gläsern Fische in Wannen und anderen Behältern Hühnerfußhaufen

Ein Stück weiter fanden wir eine große Halle, in der eine unübersehbare Auswahl verschiedenster Dinge zum Verkauf stand.

Große Halle

Einigermaßen geplättet gingen wir in unser Hotel, denn wir mussten am nächsten Tag früh aufstehen.

 

31.1.2014

Nach dem morgentlichen Kaffee machten wir uns mit unserem Professor auf den Weg ins Zentrum Xiangyangs. Es war der Tag vor dem eigentlichen Frühlingsfest, an dem abends bereits gefeiert wird, ähnlich wie bei uns an Heiligabend als Vorabend von Weihnachten. Offenbar wollte uns der Professor vor dem Fest noch ein bisschen auspowern, denn wir machten stundenlange Märsche durch die Altstadt. Unser erster Stopp: Die Stadtmauer. Sie ist zwar nicht so groß und breit wie die in Xi'an, aber dennoch beeindruckend. Wir entschieden uns erst einmal, durch das Tor hindurch zu gehen, um das Altstadtviertel anzuschauen. Das ist tatsächlich sehr schön, die Häuser sind nach alter Tradition gebaut und es gibt dort diverse Sehenswürdigkeiten, die sich erst bei genauem Hinsehen offenbaren, zum Beispiel eine Drachenskulptur, die sich wie eine Schlange um einen Stab windet.

Tor der Stadtmauer zum Altstadtviertel Altstadtviertel Drachenstatue

Nach einer Stärkung bei McDonalds (passt schon...Zwinkernd), begaben wir uns auf die Mauer. Wie in Xi'an ist sie begehbar und lädt zu einem interessanten Spaziergang mit Ausblick auf die Stadt ein. An diesem Tag war es allerdings sehr kalt und windig, zudem herrschte ziemlich dichter Nebel bzw. Smog (man kann es nie so genau identifizieren). Dennoch hatten wir einen schönen Spaziergang. Eine für mich besonders ulkige "Sehenswürdigkeit" am Rande war die Kläranlage direkt nebenan. Auf dessen Fäkalienbecken prangte doch allen Ernstes eine schmückende Pagode. Aber immerhin: Auf diese Weise verschandelt das "Sch..häuschen" zumindest optisch nicht das altehrwürdige Stadtbild, ganz im Gegensatz zu den Zweckbauten im Hintergrund...

Auf der Stadtmauer Kläranlage

Weiter ging es mit dem Boot über den Fluss Han zur Gedenkstätte eines der berühmtesten und einflussreichsten Kalligraphen Chinas, eines gewissen Herrn Mi Fu (auch Mi Fei), der hier Mitte des 11. Jahrhunderts geboren wurde. In den früheren Dynastien war die Kalligraphie als Kunstform hoch angesehen und mit Reichtum gesegnet. Sie hat aber auch heute noch einen hohen Stellenwert in China.

Kalligraphie von Mi FuGrundstück Teil 1 Grundstück Teil 2 Grundstück Teil 3 Grundstück Teil 4

Nach dieser beeindruckenden Besichtigung machten wir uns auf den Weg zum feierlichen Frühlingsfest-Mahl, das in einem Restaurant stattfinden sollte. Auf dem Weg dorthin stießen wir auf eine evangelische Kirche - an der wir natürlich nicht so ohne weiteres vorbeigehen konnten.

Kirche von außen

Außen einem historischen Stil nachempfunden, ging es innen eher modern zu - abgesehen vielleicht von dem großformatigen Altarbild mit einer für mich ziemlich kitschigen Version von Jesus als Hirten - ähnlich den Bildern, die ich früher in der Wohnung meiner Uroma gesehen habe...

Kirche von innen

Allerdings war ich beeindruckt, wie viele Leute hier drinnen Platz finden können, so viele Bänke hatte ich gar nicht erwartet. Wir kamen ins Gespräch mit Bediensteten der Kirche und man sagte uns, dass sich hier jeden Sonntag um die tausend Chinesen zum Gottesdienst einfinden würden. Erstaunlich!

Unsere Gesprächspartner nutzten die Gelegenheit, uns ganz direkt über die Kirche(n) in Deutschland auszufragen. Und sie fanden es gleich doppelt interessant, als sie erfuhren, dass ich evangelisch bin und mein Kumpel katholisch. Am Ende mussten wir uns fast beeilen, um noch rechtzeitig zu unserem Restaurant zu kommen. Inzwischen hatte ich einen Bärenhunger! Das Frühingsfest konnte beginnen.... 

Fortsetzung folgt...

China ländlich: Zu Gast bei Bauern

25Jan2014

Heute habe ich mit dem leitenden Professor meiner Uni einen Ausflug zu einem original chinesischen Bauernhof gemacht, ungefähr zwei Autostunden von Shiyan entfernt. Ich war bisher ja der Meinung, dass Shiyan schon sehr zentral-chinesisch und für hiesige Verhältnisse "kleinstädtisch" ist. Doch als ich in das Tal kam, in dem die Bauernhöfe lagen, wurde mir klar, dass ich jetzt wirklich im ländlichen - und noch sehr traditionellen - China angekommen war. Im Gegensatz zu dieser Gegend wirkt Shiyan tatsächlich wie eine westliche Großstadt. Es ist ein großes Privileg für mich, so viele Eindrücke von dem "wahren", authentischen China sammeln zu können und dafür bin ich auch sehr dankbar! 

Wir besuchten zuerst den mittelständischen Hof eines älteren Bauernpaares. Die Sonne schien intensiv an diesem Tag und es war auch relativ warm, wenn man nicht gerade im Schatten stand. Die bergige Landschaft rund um den Bauernhof war auch zu dieser Jahreszeit schön anzusehen.

Landschaft

Das Grundstück des Bauernhofs erwies sich als ziemlich groß und wird vor allem für den Gemüseanbau genutzt. Zum Hof gehören aber auch Schweine, Hühner und ein Teich, in dem Fische gehalten werden.

Landschaft (links leicht das Haus des Bauernhofs zu erkennen)

Das Bauernhaus selbst fand ich wenig spektakulär: ein kleiner Fertigbau, der aussah, als hätte man ihn in zehn Minuten zusammengekachelt, im Erdgeschoss Küche und Wohnzimmer, im Obergeschoss Schlafzimmer und - eine Räucherkammer. Darin werden überwiegend Teile vom Schwein geräuchert. Bei meinem Besuch habe ich aber auch Innereien vor dem Haus hängen sehen, die wohl einfach auf diese Weise getrocknet werden.

Innereien

Nun hatte ich aber nicht nur das Privileg, den Bauernhof besichtigen zu dürfen. Der Professor und ich waren auch eingeladen, mit dem älteren Ehepaar zusammen zu Mittag zu essen.Die gastfreundlichen Bauern servierten uns allerlei einfache chinesische Spezialitäten. Und weil beileibe nicht jeden Tag Langnasen wie ich vorbeischauen, auch eine kulinarische Besonderheit: Stachelschwein. Das, so übersetzte mir der Professor aus ihren Erzählungen, haben sie letztes Jahr im Frühling in freier Wildbahn gefangen. Ich kann aber nicht sagen, dass es sehr viel anders als normales Schwein geschmeckt hat. Als Getränk gab es selbstgemachten warmen Reiswein aus Porzellanschalen.

Chinesisches Bauernessen

Nach dem Essen bedankten wir uns sehr herzlich für die Gastfreundschaft, verabschiedeten uns von dem netten Ehepaar und machten noch einen kurzen Abstecher ins nächste Tal zu einem größeren Gehöft. Ich sah sofort, dass die Bauern hier reicher sein mussten. Die Gebäude hatten Solaranlagen auf dem Dach - zwar nicht so viele, wie auf den Dächern in Deutschland, aber immerhin ein paar. Auf den Feldern standen mit feinmaschigen Netzen überzogene Gewächshäuser. Vorne an der Straße gab es sogar eine überdachte Bushaltestelle.

Einblick ins Tal Solaranlage auf dem Dach Zeichen eines Bushaltestelle

Unseren Besuch bei den Bauern nutzte der Professor schließlich, um sich eine Spezialität der Gegend zu besorgen: selbstgebrannten Maisschnaps. Aber die Geschmäcker sind eben doch verschieden, denn ich fand die angebotene Kostprobe ehrlich gesagt widerlich. Was den Ausflug keinesfalls trübte: Dank dem Professor habe ich einen überaus interessanten Tag erlebt - und noch einmal ganz neue, seltene Eindrücke mitnehmen können, die die meisten China-Reisenden so sicher nicht bekommen.

Rinderhirn im Feuertopf!

22Jan2014

Als Abschluss des Semesters gingen der leitende Professor und ich in ein typisch chinesisches Restaurant. Es war nicht sehr nobel aber auch nicht für die ganz untere Klasse. Da der Professor weiß, dass ich immer interessiert bin, was unbekanntes und kulinarisches Essen angeht, bestellte er uns zuerst einmal Feuertopf und als Beilage dafür Schwein, Fisch, Tofu und Rinderhirn! Ich war geschockt als ich dieses rohe, wabbelige Gehirn vor mir auf einem Teller sah.

Rohes Rinderhirn

Roh durfte es natürlich nicht gegessen werden, deshalb musste es in den Feuertopf und erst einmal gegart werden. Zwischendurch verspeiste ich das phänomenale chinesische Bauernbrot mit speziellem Dip (Was das genau war, konnte ich nicht herausfinden). Es ähnelte sehr deutschem Bauernbrot. Lecker! 

Leckeres Bauernbrot

Endlich war das Hirn fertig gegart. Mir grauste schon vor dem Anblick aber der Gedanke, es mir in den Mund zu stecken war noch schlimmer.

Hirn gegart in der Schale

Aber ich bin ja ein hart gesottener Kerl, was exotisches Essen angeht und ich wollte auch den Professor nicht enttäuschen, also steckte ich mir ein Stück Hirn in den Mund. Es schmeckte widerlich, wie gesalzener Pudding mit Sand. Ich kaute das wabbelige, schleimige Stück und schluckte es ganz schnell runter. Zum Glück konnte ich den ekeligen Geschmack schnell mit Schnaps übertünchen. 

Abgesehen vom Hirn schmeckte das Essen super! Feuertopf erinnert ein bisschen an Fondue, außer dass im Topf kein flüssiger Käse oder heißes Öl ist, sondern sehr scharfe, brodelnde Suppe. Da ich aber auch etwas Mildes probieren wollte, war der Feuertopf in zwei Teile geteilt und somit befanden sich zwei verschiedene brodelnde Suppen in dem Topf. Warnung: Feuertopf ist wirklich nichts für schärfeempfindliche Menschen, es ist das schärfste was ich bisher gegessen habe. 

Feuertopf mit Beilagen drumherum

Trotz ekeligem Hirn als Speise war der Abend doch sehr nett und da bald das Frühlingsfest bevorsteht, folgen auch weitere neue Einträge in kurzer Zeit! Bis dann!

Weihnachtsstimmung extended! (Wieder da)

06Jan2014

Ich bin wieder in China. Habe in Deutschland eine Menge Weihnachtsstimmung und deutsches Essen getankt und bin wieder bereit für die chinesische Kultur.

Allerdings ist wohl in China das "Weihnachtsfest" nicht vorbei. In Beijing hingen am 4.1. noch Weihnachtsdekorationen in den Schaufenstern und in meinem Hotel. Was ich aber sehr sonderbar fand, war, dass auf meinem Inlandsflug von Beijing nach Xiangyang während des Boardings weihnachtliche Lieder wie "Jingle Bells" und sogar "Rudolph the red nosed reindeer" geschmettert wurden. In Shiyan war die Dekoration dann schon weg. Hier beginnt man nun langsam, alles für das bevorstehende Frühlingsfest zu schmücken.

Weitere Einträge zu diesem chinesischen Jahreshöhepunkt und zu anderen Dingen folgen bald! 

Weihnachtsstimmung in China

04Dez2013

Hier in China wird das Weihnachtsfest, so wie wir es kennen, gar nicht gefeiert. Da ich aber ein großer Weihnachtsfan bin, vermisse ich die gewohnte Weihnachtsstimmung schon sehr. Das ist auch der Grund, weshalb ich jetzt für zwei Wochen Urlaub im Heimatland mache.

Im Laufe der letzten Wochen ist mir allerdings aufgefallen, dass in der Innenstadt die Kaufhäuser und Geschäfte ihre Dekoration immer mehr dem Weihnachtsfest widmen. Im großen Renmin-Kaufhaus stehen außen herum pinke (!) Weihnachtsbäume, im McDonalds werden Weihnachtslieder auf chinesisch geklimpert und überall stehen mager geschmückte Plastikweihnachtsbäume. Sogar ganz normale Bäume sind jetzt weihnachtlich geschmückt. 

Entschuldigt die Qualität, aber die Bilder wurden im Laufen aufgenommen.

Ziemlich herzlos geschmückter, normaler Baum.

Ein Anblick, der mich als Deutschen, der echte Nordmanntannenbäume kennt, eher amüsiert. Dennoch stimmt es einen auf sonderbare Weise auf die Weihnachtszeit ein. 

Es gibt aber auch manche kleine Geschäfte, da sieht es gleich schon ganz anders aus. Die Mischung aus chinesischer Dekoration (z.B. thong gou jie, eine Art Glücksbringer) und europäisch-amerikanischem Weihnachtsschmuck machen einen sehr festlichen Eindruck, auch wenn es für meinen Geschmack ein wenig zu kitschig ist. 

Kleines Geschäft mit verschiedener Deko.

Letztendlich kann man sagen, dass die Weihnachtsdekoration in China unserer in Europa und Amerika noch nicht das Wasser reichen kann. Aber sie gibt mir doch schon eine ganz schöne Einstimmung auf die Weihnachtszeit...

Jetzt freue ich mich auf Deutschland! 

Ausflug zum Huanglong Stausee

30Nov2013

Vor ein paar Tagen waren Professoren aus Deutschland hier in Shiyan, um ein paar Studenten für eine Zulassung zum TestDAF zu prüfen. Sie machten aber zuerst einmal einen Ausflug an den Huanglong Stausee und ich durfte mit! Der Stausee liegt ungefähr eine halbe Stunde von der Stadt entfernt, man kann dort mit einem motorbetriebenem Schiff eine Tour über den See machen.

Typisches Passagierboot

Und genau das taten wir. Es war noch früher Morgen, also war alles noch etwas kalt und neblig. Der Nebel hing dicht über dem Wasser. 

Auf dem Boot mitten im Nebel

Nebel dicht über dem Wasser

Der Nebel löste sich langsam auf und man konnte am Ende sogar weit bis in die Ferne schauen, denn es war später noch ein recht sonniger Tag. Trotzdem war es kalt. Nach ca einer halben bis dreiviertel Stunde legten wir an, denn unsere chinesischen Begleiter wollten uns das typische Landleben Chinas zeigen. Wir begannen zuerst einmal den Aufstieg eines Wanderweges in der recht hügeligen Gegend. 

Ein kleiner Wanderweg nach oben

Nach einem kleinen Spaziergang erreichten wir einen Bauernhof. Dort wusch eine ältere Frau Getreide und legte es dann zum Trocknen auf eine von der Sonne beschienene Fläche. 

Das Waschen von Getreide

Fläche zum Trocknen

Daneben hingen Körbe voller Chilischoten. Die Landschaft um den Bauernhof herum erinnerte mich ein bisschen an die Umgebung von Stuttgart. 

Körbe voller Chili

Landschaft

Wir gingen weiter den Weg entlang und entdeckten weitere Bauernhöfe. Auf dem nächsten, wurde etwas angebaut, was man in China eigentlich auch erwartet: Reis.

Reisfeld

Aussicht vom anderen Bauernhof aus 

Langsam wurde es auch wieder Zeit für den Rückweg. Es war inzwischen etwas wärmer geworden und das Laufen war jetzt sehr angenehm, da ein leichter Wind wehte. Die Bucht des Stausees war nun besser zu sehen, denn die Sonne setzte sich langsam durch.

Landschaft auf dem Weg zurück

Kleine Bucht des Sees

Gut gelaunt kamen wir wieder beim Schiff an und es ging zurück. Jetzt konnte man den See noch besser sehen und kurz vor Ende der Schiffsfahrt konnte man auch noch den Staudamm bewundern, den man davor durch den Nebel nicht wahrgenommen hatte. Er war zwar viel  kleiner als der Drei-Schluchten-Staudamm, den ich vor vier Jahren auch schon einmal bewundern durfte, aber dennoch beeindruckend.

Schließlich fuhren wir wieder mit dem Auto nach Hause.

Staudamm

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